Zum Inhalt springen

Alpakas – Neuweltkameliden, die man auch bei uns halten kann

Wenn uns Menschen besuchen, ist eigentlich immer die erste Frage, wie wir dazu gekommen sind, uns Tiere die draußen leben, anzuschaffen. Das würde doch viel Arbeit machen. Die nächste Frage ist, warum wir Alpakas angeschafft haben?
Mein Mann und ich haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund, mein Mann arbeitet seit seinem Schulabschluss in der Forstwirtschaft. Den Wunsch, Tiere zu halten, hatten wir schon immer. Als die Kinder größer wurden, kamen zuerst Katzen, dann Hunde zu uns ins Haus. Die Flächen draußen haben wir immer gemäht.
Vor drei Jahren haben wir unserer Enkelin eine „Alpakazeit“ zum Geburtstag geschenkt. Nach diesem Erlebnis war klar: das werden unsere Tiere für draußen. Nach gründlicher Überlegung und Planung ( mit unseren erwachsenen Kindern) haben wir drei junge Alpakastuten gekauft und draußen Weiden eingezäunt und einen Stall errichtet.
Im Mai 2020 durften Nova, Nera und Papagena bei uns einziehen und heranwachsen.
Am 25.05.2022 kam unser erstes Alpakafohlen zur Welt. Mama Nova hatte sich zurückgezogen und Noemi ohne Hilfe zur Welt gebracht. Leider bestand unsere junge Mutti auf einem Mutter-Kind-Bereich, die Gesellschaft ihrer zwei Alpaka-Freundinnen war ihr in der ersten Zeit zu viel. Also haben wir getrennte Bereiche geschaffen, die Alpakas konnten sich aber jederzeit sehen. Nach einigen Wochen konnten wir die Stuten wieder zu einer Gruppe vereinen. Als nächstes steht eine Erweiterung des Stalles auf dem Wunschzettel, damit genug Platz für den dann zu planenden Nachwuchs von Nera und Papagena vorhanden ist.
Die gesetzlichen Anforderungen für die Alpakahaltung:
– mindestens 1000 Quadratmeter für die ersten zwei Tiere, sowie 100 Quadratmeter für jedes weitere Tier
– zwei Quadratmeter Stallfläche pro Tier
erscheinen uns als viel zu wenig.
Die Tiere brauchen genügend Freiraum, um artgerecht leben zu können. Bei guter Haltung können Alpakas 20 Jahre alt werden.
Für Alpakas braucht man eine Tierarzt für Großtiere, der sich auch mit Alpakas auskennt. Bei Bedarf kommt dieser zum Hausbesuch.
Alpakas verbringen viel Zeit mit der Nahrungsaufnahme. Sie brauchen Wechselweiden, eher älteres Gras und immer Heu im Angebot. Dazu gibt es alpakaspezifisches Zusatzfutter zwei Mal täglich.
Jutta Dörsam, Heppenheim